Who is the Grinch?

I am the Grinch!

(Dieser Artikel ist meinen Eltern gewidmet die mit über 60 Jahren und so gut wie ohne Englischkenntnisse allein zur Weihnachtszeit in Texas einkaufen gehen.)

Ja, ich bin der Grinch (oder die Grinchin). Nicht weil mein Gesicht grün ist, oder weil ich mich weigere mich an der Weihnachtshektik zu beteiligen, oder weil es bei uns keine Geschenke zu Weihnachten gibt (nicht 100% dieses Jahr)

Unsere Tochter hat sich eine Bücherserie gewünscht, die ich via Internet in der örtlichen Buchhandlung reserviert habe und dann ein paar Tage vor Weihnachten dort abgeholt habe. Wie in manchen anderen Geschäften, besonders im Weihnachtstrubel, sind mehrere Kassen besetzt, die Kunden stehen in einer Schlange an, und werden dann zur nächsten freien Kasse gerufen. So auch in der Buchhandlung.

Vier Kassen sind besetzt. Vor mir zwei Kunden und hinter mir vielleicht fünf oder sechs. Eine Kasse wird frei und ehe die Kassiererin den nächsten Kunden rufen kann, stellt sich von der Seite eine ältere Dame hin, legt zwei Bücher auf den Tresen und schaut ganz verwirrt als sie die Kassiererin weg weist. Verwirrt schaut sie in die Richtung in welche deren Finger zeigt. Ihre Augen irren über die Schlange von Menschen. Langsam nimmt sie ihre zwei Bücher vom Tresen und stellt sich hinten an.

“Ach, was bildet die sich denn ein?!” hallt es vor mir. Hinter mir klingt: “Können die so kurz vor Weihnachten nicht mehr Kassen aufmachen?!” Weiter tönt es in der Schlange wie ungeduldig man ist und wie eilig man es hätte.

Wenige Minuten später bin ich dran. Ich trete an die freie Kasse, bitte die Kassiererin um einen Moment Geduld, und gebe der älteren Dame meinen Platz. Ich stelle mich hinten wieder an. Als wir uns bei dem Wechsel begegnen, die Dame immer noch oder wieder verwirrt, tauschen wir ein Lächeln und wünschen uns gegenseitig Frohe Weihnachten. In der Schlange hört sich’s an wie Leise rieselt der Schnee.

Weniger als fünf Minuten später bin ich wieder fast vorn. Die Kundin vor mir ist dran, dreht sich mir zu, und lässt mich vorgehen. Auch wir tauschen ein Lächeln und wünschen uns gegenseitig Frohe Weihnachten.

Ich weiß nicht warum sich die ältere Dame einfach an die frei gewordene Kasse gestellt hat. Was ich aber weiß, ist dass jeder Mensch eine Geschichte hat die niemand anderes je voll kennt.

Ehe man beginnt seine Mitmenschen zu beurteilen und gar zu verurteilen, sollte man sich in die eigene Seele schauen, sein Herz öffnen, und Rücksicht, Güte, Freundlichkeit und Verzeihen zeigen; so wie der Grinch es den Whos gegenüber getan hat.

Mein Wunsch fürs Neue Jahr ist, dass Euch dieser Artikel in den Sinn kommt wenn Euch das Gefühl von Ungeduld mit einem Mitmenschen greifen will. Mögen Freundlichkeit und Nachsicht Vorrang haben.