Ein Hauch Vertrauen

Dieser Beitrag ist meiner Tante Christa gewidmet

Im Trubel der Arbeit mit großem Lohnbuchhalungsprojekt und wöchentlichen Dienstreisen nach Houston, Hochzeit eines Familienfreundes in Chicago, und Vorbereitung unserer Tochter zum Umzug und Beginn ihres Studiums, da sind es die kleinen Dinge die einen aus dem Wahn reisen und zur Ruhe bringen.

Der Mensch legt sich keine Katzen zu. Katzen wählen einen Menschen bei dem sie leben möchten. Vor zwei Jahren hat Wildkatze Stanley unsere Ranch gewählt. Es stellte sich bald heraus, dass Stanley eigentlich hätte Stacy heißen sollen. Von Stanleys letztem Wurf haben wir Olympia und Salem gerettet. Die drei sind ansässig auf der Ranch. Stanley traut uns genug um sich nun auch bei Tageslicht zu zeigen und mittlerweile kommt sie auf einen Meter Distanz, aber näher nicht. Also streicheln lässt sie sich auf keinen Fall. Die kleine Dreier-Familie wohnt im Pferdestall, jagt auf der Weide Mäuse und andere kleine Tiere, und schläft auf der Terrasse.

Am frühen Morgen noch vor Sonnenaufgang wird die Herde, einschließlich der Katzen, gefüttert. Sie kennen den Futterruf „tch-tch-tch-tch-tch“, springen von ihrem Schlafquartier, und folgen uns in den Pferdestall wo auch sie gefüttert werden.

An einem solchen Morgen, alle hatten ihr Futter, genoss ich die Eintracht und blieb noch eine Weile im Stall. Ich lehnte mich mit meiner Hand an den Traktorsitz und schaute zu wie die Pferde das Heu zupfen und im Maul zermahlen. Die Katzenkinder schleichen um den Futternapf um die beste Stelle mit dem meisten Futter zu finden. Da fühlte ich es. Ein Kitzeln an meiner Fingerspitze. Ich hielt still und drehte meinen Kopf langsam zu meiner Hand. Stanley saß auf dem Sitz und schnupperte meine Hand! Ich hielt weiterhin still und zwang mich meine Begeisterung unter Kontrolle zu behalten und mich ja nicht zu bewegen. Stanley ist zu mir gekommen! Sie hat mich gewählt.

(Alle unsere Katzen/Kater sind sterilisiert/kastriert. Selbst Stanley)