Meine Trommel Spielt einen Anderen Marsch

Dieser Beitrag ist meiner Freundin Anja Z. gewidmet. Sie gab mir Anregung zu diesem Artikel mit ihrer Frage, „Wie sieht deine Familie das ganze? Ist es für deine Tochter nicht schwer sich gegen den Strom zu stellen?“

Minimalismus ist nicht jedermanns Sache. Für manche Menschen ist es eine bewusste Entscheidung ihren Lebensstil zu ändern. Andere finden sich in einer Situation welche sie zwingt, ihren materiellen Besitztum und auch Wohnraum zu reduzieren.

Egal was der Grund für einen minimalistischen Lebensstil ist, nicht jedes Familienmitglied ist zur selben Zeit bereit den Schritt zu machen oder hat das selbe Tempo auf dem Weg zum Minimalismus.

In unserer Familie war es eine bewusste Entscheidung meinerseits. Kleidungsstücke und Haushaltsartikel waren für mich am leichtesten und daher der Anfangspunkt. Alles andere purtzelte dann so hinterher.

Mein Mann hat generell kaum Anklang an Dinge und daher fiel es ihm leicht zu folgen. (Mal abgesehen von Schrauben und ähnlichem Kleinkram; schliesslich weiss man ja nie wann man’s mal braucht.)

Mit Kindern ist es schwieriger. Meine Tochter und ich unterhalten uns oft wie ich schon wieder einen Sack oder eine Kiste zur Spende gebracht habe. Ich erzähle ihr, wie der verringerte Besitztum mir mehr Freiheiten gibt:

  • Weniger was aufgeräumt und organisiert werden muss
  • Weniger was ersetzt werden muss
  • Die Fähigkeit „Nein“ zu sagen zu den neuesten Artikeln die in der Werbung angeboten werden

Ich brauchte meine Tochter nicht zwingen zu minimalisieren. Irgendwann fing sie von alleine an, ihre Schränke auszuräumen. Sicher fiel es ihr schwer, sich von manchem Kindheitsspielzeug zu trennen. Zum Glück haben wir sie nie mit Spielsachen überschüttet, so dass sie weniger zum aussortieren hatte.

Ich habe sie alleine wählen lassen was bleibt und was geht.

Ansporn für sie war auch der Gedanke, dass sie nächstes Jahr zum Studium geht und viele dieser Sachen auf keinen Fall mitnehemen wird.

Wie bei mir die Schals und bei meinem Mann die Schrauben unangreifbar sind, gibt es für unsere Tochter eine Grossfamilie von Plüschtieren. Von manchen wird sie sich nie trennen und das ist auch gut so. Für die meisten hat sie aber schon Pläne für ein neues zu Hause.

Man kann andere nicht zwingen, einen minimalistischen Lebensstil anzunehmen und man kann, und sollte, auch nicht versuchen, andere davon zu überzeugen dass es die beste Lebensweise ist. Ich teile gerne meine positiven Auswirkungen des Minimalismus mit. Aber im Endeffekt muss jeder für sich selbst wählen welche Lebensweise ihn glücklich und zufrieden macht.

Hinterlasst hier Fragen und Kommentare; das ist für mich und Euch Gedankenfutter.

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8 Kommentare zu “Meine Trommel Spielt einen Anderen Marsch

  1. Hallo Ute,
    Du hast ja schon einen Artikel über die Reaktionen auf Deine/unsere minimalistische Einstellung von Familie/Bekannten geschrieben. 🙂
    Da kann ich mich nur anschließen. Ich glaube nicht, dass man andere bekehren muss. Hauptsache, Du bist damit glücklich!
    Freue mich auf weitere Beiträge.
    Viele Grüße
    Emi

    • Emi,
      Danke fuer den netten Kommentar. Ich schreibe meine Artikel mehr von einer persoenlichen als von einer philosophischen Perspektive. Kannst ja oben rechts auf Folge diesem Blog via Email klicken um automatische Updates zu erhalten. Ich denke dass ich nicht mehr als zwei Artikel im Monat verfasse; werde dich als nicht mit emails ueberlasten 😉

  2. Hab schon den Haken unter den Kommentaren geklickt, um neue Infos über aktuelle Beiträge von Dir zu erhalten 😉
    2 Artikel im Monat entspricht ja ziemlich genau dem Motto: „Weniger ist mehr!“
    Freu mich darauf!

  3. Liebe Ute,

    Deine Worte sprechen mir aus der Seele: Nichts finde ich schlimmer, als wenn Menschen ihre Umwelt krampfhaft „missionieren“ wollen.

    Meine Erfahrung ist: Seit ich mehr und mehr Dinge in bzw. aus meinem Leben loslasse, desto öfter werde ich von anderen auf eine – für sie im ersten Moment nicht greifbare – entspannte Haltung angesprochen. Erkenntnis Nummer zwei: Auch wenn ich nicht mit dem Thema hausieren gehe, nimmt ein Teil von ihnen urplötzlich ebenfalls den Kampf gegen das Gerümpel auf ;-).

    Herzliche Grüße
    M21

  4. Liebe Ute,
    danke für Deine interessanten Ausführungen. Sich von gebräuchlichen Dingen zu trennen-auch wenn diese einem noch „lieb“ sind- ist eine Sache. Aber wie steht es mit Hobby´s ? ( Bücher, Musikanlagen,Pferde, andere Tiere, evtl. Angelausrüstung und Boot ).
    Auch dazu würde mich Deine- Eure- Meinung interessieren.
    Euch weiterhin alles Gute und Grüsse
    Onkel Hans

    • Minimalismus ist in meinen Augen nicht Entbehrung, sondern Abschaffung von unnützigem Überfluss damit die wirklich wichtigen und bedeutungsvollen Dinge zu Licht kommen können. Wenn Angeln für mich wichtig, also erfüllend oder beruhigend, wäre und ich regelmäßig meine Angelausrüstung benutzen würde, dann würde ich die nicht abschaffen. Wenn’s aber jahrelang unbenutzt in irgendeiner dunklen Ecke steht, dann schon. Manchmal halten wir uns an Dingen fest wegen den Erinnerungen die damit verbunden sind. Aber muss es die ganze Ausrüstung sein oder reicht ein Angelhaken? Muss es die Großfamilie von Plüschtieren sein oder reicht eins?
      Welche Artikel wir aufbewahren und welche nicht ist für jeden anders, da für jeden andere Dinge wichtig sind. Woran man sich aber auch beim Ausräumen erinnern sollte ist dies: Die wichtigsten Dinge im Leben sind nicht immer Dinge.

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