Nein, du brauchst keinen weiteren Aktenschrank

Fünfzehn Jahre auf fünfzehn Quadratmetern sammeln einiges an. In den vergangenen Monaten bat sich mir die Gelegenheit das Büro von zwei ehemaligen Kolleginen für deren Nachfolger vorzubereiten.

Mann was sich so in 15 Jahren ansammelt!

Sicher gibt es gewisse Dinge die man aufbewahren sollte; aber nicht für immer.

Sicher benutzt man zahllose Formulare; aber man muss doch nicht von jedem Exemplar 30 Kopien haben.

Sicher gibt es Dokumente die man nach gesetzlichen Vorschriften im Original aufbewahren muss; aber nicht alle.

Recycle und Scanner kann ich da nur sagen!

Überholte Materialien lernen die Recyclingtonne kennen. Ich will ja schließlich nicht dass die Nachfolger die historischen Betriebsregeln von anno dunnemals anwenden.

30 Kopien begleiten leider die überholten Materialien. Eh man in einem Aktenschrank das richtige Formular findet und dann hofft daß es auch die neueste Version ist, hat man Dank des Suchfeldes am Computer das richtige und aktuelle ausgedruckt. Wenn man Glück hat, kann es sogar mit Computer ausgefüllt werden, welches den Vorteil hat, dass jeder die Schrift lesen kann. Denn sein wir mal ehrlich, so schön wie unser handschriftliches Bild vielleicht aussieht, man kann es deswegen nicht unbedingt leicht lesen.

Was dann noch übrig bleibt sind Dokumente die man gesetzlich im Original aufbewahren muss, welche auch immer weniger werden.

In dem Büro einer der Kolleginen stehen jetzt drei leere Aktenschränke! Nach der Minimalisationsaktion passte alles in die drei Schubladen vom Schreibtisch.

Zum Schluss noch ein Wort zu Schreibutensilien. Manche Leute denken sie können Multitasking. Meine Meinung ist, dass der Mensch nicht fähig ist mehrere Dinge zur selben Zeit in gleicher Qualität und Quantität zu erledigen. Aber das ist ein Thema für einen anderen Blog. Allerdings denke ich, daß wir uns einigen können, daß der Mensch nur mit einem Schreibutensil zu einem gegebenen Zeitpunkt schreiben kann. Daher frage ich mich, wieviel Kugelschreiber, Bleistifte, Highlighter braucht man an seinem Schreibtisch? Für mich reicht je eins.

Ein Hauch Vertrauen

Dieser Beitrag ist meiner Tante Christa gewidmet

Im Trubel der Arbeit mit großem Lohnbuchhalungsprojekt und wöchentlichen Dienstreisen nach Houston, Hochzeit eines Familienfreundes in Chicago, und Vorbereitung unserer Tochter zum Umzug und Beginn ihres Studiums, da sind es die kleinen Dinge die einen aus dem Wahn reisen und zur Ruhe bringen.

Der Mensch legt sich keine Katzen zu. Katzen wählen einen Menschen bei dem sie leben möchten. Vor zwei Jahren hat Wildkatze Stanley unsere Ranch gewählt. Es stellte sich bald heraus, dass Stanley eigentlich hätte Stacy heißen sollen. Von Stanleys letztem Wurf haben wir Olympia und Salem gerettet. Die drei sind ansässig auf der Ranch. Stanley traut uns genug um sich nun auch bei Tageslicht zu zeigen und mittlerweile kommt sie auf einen Meter Distanz, aber näher nicht. Also streicheln lässt sie sich auf keinen Fall. Die kleine Dreier-Familie wohnt im Pferdestall, jagt auf der Weide Mäuse und andere kleine Tiere, und schläft auf der Terrasse.

Am frühen Morgen noch vor Sonnenaufgang wird die Herde, einschließlich der Katzen, gefüttert. Sie kennen den Futterruf „tch-tch-tch-tch-tch“, springen von ihrem Schlafquartier, und folgen uns in den Pferdestall wo auch sie gefüttert werden.

An einem solchen Morgen, alle hatten ihr Futter, genoss ich die Eintracht und blieb noch eine Weile im Stall. Ich lehnte mich mit meiner Hand an den Traktorsitz und schaute zu wie die Pferde das Heu zupfen und im Maul zermahlen. Die Katzenkinder schleichen um den Futternapf um die beste Stelle mit dem meisten Futter zu finden. Da fühlte ich es. Ein Kitzeln an meiner Fingerspitze. Ich hielt still und drehte meinen Kopf langsam zu meiner Hand. Stanley saß auf dem Sitz und schnupperte meine Hand! Ich hielt weiterhin still und zwang mich meine Begeisterung unter Kontrolle zu behalten und mich ja nicht zu bewegen. Stanley ist zu mir gekommen! Sie hat mich gewählt.

(Alle unsere Katzen/Kater sind sterilisiert/kastriert. Selbst Stanley)

Ein Schwarzes Paar

  • Blusen müssen farblich zu den Hosen passen
  • Hosen müssen zu den Socken passen
  • Socken zu den Schuhen
  • Schwarz, braun, blau gehören nicht zusammen
  • Punkte, Streifen, und Kariert auch nicht

Mit diesen Kleidergesetzen bin ich zumindest aufgewachsen. Obwohl die Fashion Police das heute etwas anders sieht, bei mir ist das in der Festplatte unlöschbar eingebrannt.

Mein Hintern drückt den größten Teil des Tages eine Delle in meinen bequemen Stuhl. Aber ich verbringe auch täglich Zeit in der Fabrik. Manchmal bin ich den ganzen Tag auf Beton unterwegs. Da drücken meine Füße Dellen in meine Schuhe.

Schnellkurs in Physik: Da die Fläche meiner Füße geringer ist als die meines Hinterns, wird das ganze Körpergewicht auf eine relativ kleine Fläche konzentriert und verursacht daher größeren Druck.

Logischer Weise sollten die Schuhe bequemer als der Stuhl sein. Jahrelang habe ich haufensweise aller sechs Monate billige Schuhe ($12-$20) in allen Farben gekauft damit sie farblich zu den Socken und diese wiederum zu den Hosen passen – schwarze, blaue, braune, graue, rote, weiße, sogar pink.

Irgendwann habe ich dem Druck meiner Füße nachgegeben. Ich habe Keen Schuhe entdeckt und meine Füße danken mir. Das Paar kostet über $100, ein Preis an dem ich erstmal kauen musste. Aber mit der Reduzierung meiner Farbenpalette entschied ich mich für ein schlichtes schwarzes Paar und trage sie jeden Tag. Als ich merkte, dass das Material der Innensohle anfing zu zerfallen, habe ich mich durchgerungen die alten Treter für ein neues Paar einzutauschen. Bei der Bestellung stellet ich fest, dass ich das letzte Paar vor genau zwei Jahren gekauft hatte.

$120
730 Tage
Keine Qual der Wahl am Morgen
Platz im Kleiderschrank
Gesunde Füße
Alles das wegen einem schwarzen Paar!

Schnellkurs in Mathematik: Rechne selbst aus wieviel Geld, Platz und Zeit ich gespart habe.

Kettenbrief Award?

Frau Trix, deren Blog Das Leben ist Wild! ich sehr gerne lese, hat Minimalismus Warum als einen ihrer 11 Liebsten Blogs nominiert. Ich danke Frau Trix, meiner Mutter, meinem Vater, … (halt, das war ein anderer Award)

Award

Liebster Award? Es ist im Prinzip ein gut getarnter Kettenbrief. Als ich ein pre-Teen war erhielt ich solche Briefe oft in der Schneckenpost. Mein Vater war sehr streng gegen Kettenbriefe. Einmal(!) folgte ich den Aufgaben einer dieser Briefe, mit dem Versprechen nach wenigen Tagen oder Wochen hunderte von neuen Freunden zu haben, und der Warnung  „Brich nicht die Kette oder dir wird großes Unglück geschehen“. Sowohl die Freunde, als auch das Unglück blieben aus.

Auch mit dieser Liebster Award Nominierung hat man Regeln und Aufgaben:

  1. Gib kund und verlinke wer Dich nominiert hat – oben gemacht
  2. Beantworte 11 Fragen welche der Nominierende gestellt hat
  3. Nominiere 11 Blogs welche Du am liebsten liest (soll weniger als 200 Followers haben)
  4. Stelle Deine eigenen 11 Fragen and Deine Nominenten

Als introvertierter Mensch habe ich schon immer wenige Freunde gehabt, pflege aber dafür die langjährigen und tiefen Freundschaften. Es ist mir eigentlich nicht so wichtig wie viele Leute meinem Blog folgen, aber wenn der eine oder andere auf diese Art seinen Weg zu meinem Blog findet und ich meinen Weg zu deren, und beide Seiten Freude am gegenseitigen Lesen haben, dann können wir ja nicht viel verlieren.

Also auf und Frau Trix‘ Fragen beantworten:

1. Was ist Dein Lieblingswort? Deutsch: Blöde Kuh! English: Fucking Idiot!

Als Anmerkung, ich spreche diese Worte nie direkt an eine Person und auch nie in Gegenwart anderer. Aber unter Verschluss meiner Autokarosse werden sie gern und sehr explosive als Stressventil am Ende manchen Tages verwendet.

2. Worum geht es in Deinem  Blog? Minimalistische Lebensart

3. Was inspiriert Dich? Die kleinen Erfolge und Freuden

4. Beschreibe Dich in drei Worten! Integer-Großherzig-Sarkastisch

5. Über was würdest Du gerne einmal schreiben? Alles in bezug auf Minimalismus was mir gerade so in den Kopf fliegt

6. Welche Themen interessieren Dich überhaupt nicht? Küchenrezepte

7. Was fängt Dich ein, wenn Du über einen anderen Blog stolperst? Tiefe Gedanken über Alltagsleben und Selbsthumor

8. Dein Lebensmotto? Can Do – Irgendwie wird’s schon.

9. Dein Wunsch für 2014? Für’s ganze Leben: Glücklich sein (was auch immer „glücklich“ heißt)

10. Ein No-Go für Deinen Blog Was werden wir hier nie lesen? Der Fokus meines Blogs ist Minimalismus. Alles andere halte ich raus (ausser wenn sich so ein Award mal rein schleicht😉 )

11.  Ist Dir schon mal was Verrücktes in Zusammenhang mit Deinem Blog passiert?  Wenn’s zählt, das Verrückteste war wohl daß ich einen Posttitel als Draft speichern wollte und sofort ohne Inhalt publiziert habe.

Ich nominiere: (musste kämpfen und auch schummeln um 11 zu finden. Wie gesagt, mein Freundeskreis ist klein)

Meine Fragen and die Nominenten:

1. Fängst Du Deinen Tag lieber mit dem Hammer in der Hand oder einer Tasse Kaffee/Tee an?

2. Vogelgezwitscher oder Menschengeschnatter?

3. Was möbelt Dich auf wenn du traurig bist?

4. Worüber regst Du dich leicht auf?

5. Liest Du meinen Blog? (Ich habe eine dicke Haut; sei ehrlich!)

6. In bezug auf Nr. 5 – Warum?

7. Wieviele Blogs folgst du?

8. Wenn dir ein Blog nicht mehr gefällt, folgst du weiter oder clickst du nicht mehr zu folgen?

9. Wie oft möchtest du neue Posts von einem Blog lesen?

10. Wie findest du neue Blogs?

11. Was möchtest du deinen Lesern mitteilen das hier noch nicht erwähnt wurde?

Ich warte gespannt auf eure Antworten und Nominierungen!

Farbenpalette

Wo der Deutsche alles in den Keller schleppt zur Aufbewahrung von Dingen die man momentan oder überhaupt nicht mehr braucht, schleppen wir Texaner alles auf den Dachboden. Keller gibts in Texas nicht.

Beim Aufräumen des besagten Dachbodens entdeckte ich eine Kiste mit Wintersachen von mir. Oh war die Freude groß! Im normalen Winter haben wir vielleicht mal zwei oder drei Nächte mit Minusgraden. Da braucht mach nicht viele dicke Pullover und eine große Anzahl von denen ist vor einem Jahr in die Spende gegangen. Aber dieser Winter ist wirklich außergewöhnlich. Oft kriecht das Thermometer am Tag gerade mal bis 2 Grad Celsius hoch und in der Nacht hatten wir öfter mal -6 Grad Celsius. Also war es eine schöne Überraschung als ich die Kiste öffnete und sich blaue, lila, violette, und weiße Winterpullover zur Schau stellten.

Aber die Freude war bald verflogen. In der folgenden Woche fand ich mich seit langem mal wieder minutenlang vorm Kleiderschrank um zu entscheiden, welches dieser farbfreudigen Stücke mit welchem Schal oder Weste passt, und ich mehrmals überprüfen musste ob sich die Farben auch nicht beißen.

Als ich letztes Jahr meinen Kleiderschrank ausräumte, habe ich bewusst die Farbe Blau von meiner Garderobe entfern. Braun hat sich übers Jahr auch langsam entfernt. Schwarz, weiß, und grau ist meine „Grundausstattung“ und die Farbtupfer kommen von meinen Tüchern und Schals. Ich kann ohne groß zu überlegen am Morgen jegliches Oberteil mit jeglicher Hose auswählen und alles passt zusammen, mein ein Paar schwarze Schuhe einbegriffen. Die Farbe kommt vom Tuch oder Schal und da alle Farben zu schwarz, grau und weiß passen, kann ich jeglichen Schal und Farbe, wie es mir gerade gefällt, flux um den Hals binden – fertig!

Ist es eine Aufopferung die reiche Farbenpalette aufzugeben? Oder ist es eine Aufopferung täglich Zeit und Nerven zu verlieren bei der großen Auswahl?

Es gibt da keine richtige oder falsche Antwort. Das muss jeder für sich selbst entscheiden. Aber für mich selbst ist die Antwort, dass ich lieber Farben als Zeit und Nerven aufgebe.

Who is the Grinch?

I am the Grinch!

(Dieser Artikel ist meinen Eltern gewidmet die mit über 60 Jahren und so gut wie ohne Englischkenntnisse allein zur Weihnachtszeit in Texas einkaufen gehen.)

Ja, ich bin der Grinch (oder die Grinchin). Nicht weil mein Gesicht grün ist, oder weil ich mich weigere mich an der Weihnachtshektik zu beteiligen, oder weil es bei uns keine Geschenke zu Weihnachten gibt (nicht 100% dieses Jahr)

Unsere Tochter hat sich eine Bücherserie gewünscht, die ich via Internet in der örtlichen Buchhandlung reserviert habe und dann ein paar Tage vor Weihnachten dort abgeholt habe. Wie in manchen anderen Geschäften, besonders im Weihnachtstrubel, sind mehrere Kassen besetzt, die Kunden stehen in einer Schlange an, und werden dann zur nächsten freien Kasse gerufen. So auch in der Buchhandlung.

Vier Kassen sind besetzt. Vor mir zwei Kunden und hinter mir vielleicht fünf oder sechs. Eine Kasse wird frei und ehe die Kassiererin den nächsten Kunden rufen kann, stellt sich von der Seite eine ältere Dame hin, legt zwei Bücher auf den Tresen und schaut ganz verwirrt als sie die Kassiererin weg weist. Verwirrt schaut sie in die Richtung in welche deren Finger zeigt. Ihre Augen irren über die Schlange von Menschen. Langsam nimmt sie ihre zwei Bücher vom Tresen und stellt sich hinten an.

“Ach, was bildet die sich denn ein?!” hallt es vor mir. Hinter mir klingt: “Können die so kurz vor Weihnachten nicht mehr Kassen aufmachen?!” Weiter tönt es in der Schlange wie ungeduldig man ist und wie eilig man es hätte.

Wenige Minuten später bin ich dran. Ich trete an die freie Kasse, bitte die Kassiererin um einen Moment Geduld, und gebe der älteren Dame meinen Platz. Ich stelle mich hinten wieder an. Als wir uns bei dem Wechsel begegnen, die Dame immer noch oder wieder verwirrt, tauschen wir ein Lächeln und wünschen uns gegenseitig Frohe Weihnachten. In der Schlange hört sich’s an wie Leise rieselt der Schnee.

Weniger als fünf Minuten später bin ich wieder fast vorn. Die Kundin vor mir ist dran, dreht sich mir zu, und lässt mich vorgehen. Auch wir tauschen ein Lächeln und wünschen uns gegenseitig Frohe Weihnachten.

Ich weiß nicht warum sich die ältere Dame einfach an die frei gewordene Kasse gestellt hat. Was ich aber weiß, ist dass jeder Mensch eine Geschichte hat die niemand anderes je voll kennt.

Ehe man beginnt seine Mitmenschen zu beurteilen und gar zu verurteilen, sollte man sich in die eigene Seele schauen, sein Herz öffnen, und Rücksicht, Güte, Freundlichkeit und Verzeihen zeigen; so wie der Grinch es den Whos gegenüber getan hat.

Mein Wunsch fürs Neue Jahr ist, dass Euch dieser Artikel in den Sinn kommt wenn Euch das Gefühl von Ungeduld mit einem Mitmenschen greifen will. Mögen Freundlichkeit und Nachsicht Vorrang haben.

Christkind

Advent, Advent, ein Lichtlein brennt
Erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier
Dann steht das Christkind vor der Tür

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Unser Hund muss wohl gehört haben dass es keine Geschenke gibt und hat sich selbst unter den Baum gelegt. Oder hat es etwas damit zu tun dass die Decke unterm Baum so kuschelig ist im Vergleich zu den Fliesen.

Besinnliche Weihnachten wünsche ich!